Dienstag, 31. August 2010
Dienstag, 10. November 2009
Dienstag, 3. November 2009
Dienstag, 27. Oktober 2009
Montag, 26. Oktober 2009
Der Traum wäre es, ein Fotograf ohne Objektiv zu sein,
durch die Welt zu laufen ohne Apparat,
kurz, das Fotografieren hinter sich zu lassen
und die Dinge zu sehen, als hätten sie selbst
das Bild hinter sich gelassen,
als hätte man sie bereits fotografiert,
aber in einem vorherigen Leben.
Mehr unter:
www.baudrillard-die-gewalt-am-bild.html
Samstag, 24. Oktober 2009
Über die Schönheit
Nichts widerspricht sich mehr, die Bilder tauchen auf und verschwinden wieder, ohne Bezugspunkt zueinander, in vollkommener Indifferenz gegenüber dem eigenen Gehalt. Das Stadium der Befreiung der Bilder ist auch das ihrer Indetermination. Kein Mangel, kein Verbot, keine Grenze: das Bedeutet den Verlust jedes referentiellen Prinzips. An diesem Punkt, an dem sich jede Idee erfüllt und jedes Bild virtuell möglich ist, sind wir zur Gleichgültigkeit verdammt. Sowohl in der Werbung, als auch in der Kunst liefern wir uns nichts weiter als ein opportunistisches Spiel mit der Welt und zugleich mit allen vergangenen Formen der Kunstgeschichte. Zwar erheben die Bilder den Anspruch darauf, sublim zu sein, indem sie sich auf eine zweite, ironische Ebene begeben, aber auf dieser zweiten Ebene sind sie genauso unbedeutend wie auf der ersten. Mittelmäßigkeit in zweiter Potenz. Wir flüchten vor der Sinnlosigkeit (der großen Herausvorderung dieses Jahrhunderts), indem wir einfach allem einen Sinn zusprechen. Wir verfolgen nur eine kommerzielle Strategie der Nichtigkeit, "die sentimentale Form der Ware", wie Baudelaire sagte.
Walter Benjamin
Donnerstag, 22. Oktober 2009
Fotografie ist eine Bildsprache, die einzige Sprache, die überall in der Welt verstanden werden kann. Das macht sie wertvoll und einzigartig. Doch so wie das gesprochene oder geschriebene Wort intelligent eingesetzt werden kann, um Wissen zu vermitteln, Ideen auszutauschen und den Geist zu stimulieren oder aber dafür, als Geplapper verschwendet zu werden, so kann Fotografie dem Betrachter etwas Wertvolles geben oder seine Zeit mit visuellem Blabla vergeuden. Die wichtigste Eigenschaft der Fotografie ist also ihr Inhalt.
Eine andere herausragende Tatsache ist, dass im Gegensatz zur bedruckten Seite eine Fotografie auf einen Blick »gelesen« werden kann – und die Leute scheinen immer unruhiger zu werden, ungeduldig darauf zu warten, dass es weiter geht. Die Sprache der Wörter – das Lesen – ist langsam und verliert allgemein an Bedeutung zugunsten der Sprache der Bilder in Fernsehen, Werbung und Fotografie. Umso mehr muss man darauf achten, dass eine Fotografie »gut« ist, das heißt wirkungs- voll.
Leider beurteilen die meisten Menschen die Wirkung einer Fotografie nach deren technischer Ausführung. Wenn sie scharf ist und die Farben natürlich sind, hält man sie für gut. Sonst nicht. Meiner Meinung nach ist das so, wie wenn man die Arbeit eines Autors nach der Richtigkeit der Grammatik und der Rechtschreibung beurteilt, denn selbst eine technisch perfekte Fotografie kann ein langweiliges und bedeu- tungsloses Bild sein. Ich persönlich halte die Kamera für das Äquivalent zur Schreib- maschine eines Romanautors oder Journalisten – sie ist ein für unseren Beruf unver- zichtbares Instrument, vom dem man kein Aufhebens machen sollte.
Andreas Feininger